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THORACIC-OUTLET-SYNDROM
Neuropathisches und vaskuläres
Thoracic-outlet-Syndrom, kostoklavikuläres
Syndrom
Das Thoracic-outlet-Syndrom kann in drei Formen auftreten:
Neuropathisches (= Ner ven betreffendes) Thoracic-outlet-Syndrom
Vaskuläres (= Blutgefäße betreffendes) Thoracic-outlet-Syndrom
Kombiniert, also neuropathisches und vaskuläres Thoracic-outlet-Syndrom
Ein Thoracic-outlet-Syndrom wird durch eine Kompression (= Einengung, Quetschung) des Plexus brachialis (= Nervengeflecht, das den Ar m versorgt) und/oder der A. subclavia (= Arterie unter dem Schlüsselbein) verursacht.
Eine Kompression (= Einengung, Quetschung) ist an drei verschiedenen Stellen möglich:
bei einer Halsrippe (= zusätzliche, unnormale Rippe am 7. Halswirbel), deshalb auch die Bezeichnung "Halsrippensyndrom".
zwischen erster Rippe und der Clavicula (= Schlüsselbein), in diesem Falle liegt dann ein sog. kostoklavikuläres Syndrom vor.
zwischen Korakoid (= Rabenschnabelfortsatz, vom oberen Schulterblattrand über die Schultergelenkpfanne ziehend) und M. pectoralis minor (= der kleine Brustmuskel), nahe dem Ansatz. Diese Einengung wird als Hyperabduktionssyndrom bezeichnet. Die Schmerzen treten dabei bei Tätigkeiten auf, die über Scheitelhöhe ausgeübt werden (z.B. Arbeiten an der Zimmerdecke)
Symptome (= Krankheitszeichen) beim neuropathischen Thoracic-outlet-Syndrom:
Parästhesien (= Mißempfindungen) und Sensibilitätsstörungen (= Empfindungsstörungen), hpts. in der Speichenregion
Paresen (= Lähmungen)
Atrophien (= Muskelschwund) der kleinen Handmuskeln
Symptome (= Krankheitszeichen) beim vaskulären Thoracic-outlet-Syndrom:
Pulsabschwächung
Blässe bis hin zu Zyanose (= bläuliche Verfärbung) der Han d
Evtl. Mikroembolien (= kleinste Blutgerinnsel), die feine Fingergefäße verschließen
Diagnostik bei einem Thoracic-outlet-Syndrom:
Neurologisch (Elektromyographie, Elektroneurographie)
Internistisch (Doppler-und / oder Duplex-Sonographie)
Radiologisch (Röntgen, evtl. MRT und Angiographie (= Darstellung der Blutgefäße mit Kontrastmittel)
Therapie bei Thoracic-outlet-Syndrom (auch kostoklavikuläres Syndrom):
Krankengymnastik
Vermeidung von schmerzauslösenden oder verstärkenden Belastungen
bei stark verspannter Mus kulatur im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) wiederholte Infiltrationen
in hartnäckigen Fällen, insbesondere bei Auftreten eines neurologischen Defizits, eine chirurgische Intervention (z.B. operative Entfernung der Halsrippe)
In seltenen Fällen halten die Schmerzen trotz einer entlastenden Operation an,
wahrscheinlich wurde in diesen Fällen zu lange zugewartet, so daß es zu einer
Nervenschädigung gekommen ist.
In dieser Situation ist im Rahmen der
speziellen Schmerztherapie die
kontinuierliche, retrograd hohe Blockade
des Plexus brachialis (=
Armnervengeflecht) erfolgversprechend
(siehe unten).
Zur Schmerzbehandlung kann auch die kontinuierliche, interskalenäre
(= zwischen Mus keln im seitlichen, unteren Halsbereich) Blockade
des Plexus brachialis durchgeführt werden, allerdings ist diese Methode mit
einem etwas größeren Risiko behaftet.
Methodenbeschreibung:
Kontinuierliche, retrograd hohe Blockade des Plexus brachialis mit Katheter
Bei dieser Methode wird ein dünner Kunststoffschlauch (Katheter) nahe
der Achselhöhle in die Nervenscheide des Armnervengeflechts eingepflanzt und
innerhalb derselben noch weiter nach oben vorgeschoben. Die Einpflanzung erfolgt
durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“
werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach
Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig
schmerzlos nachgespritzt.
Während dem Einspritzen und noch kurze Zeit danach
wird der Oberar m mit einer Manschette abgestaut, so daß die
Betäubungsmittellösung innerhalb der Nervenscheide nach oben getrieben wird und
so auch im Schul ter- und seitlichen Halsbereich schmerzlindernd wirken kann.
Das örtliche
Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft
erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung),
damit begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich bleiben.
Dass
die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus
anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch
die sog. vegetativen
(= das unwillkürliche Nervensystem betreffende)
Ner ven
betroffen sind, woraus eine sehr deutliche
Durchblutungssteigerung resultiert, von der auch der Stoffwechsel der gestörten
Nervenzellen profitiert.
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Aktualisiert:>22.05.2008</>
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